Recherche

Mai 8th, 2009

Als Journalist gehört die sorgfältige Recherche zu den wichtigsten Aufgaben. Was passiert, wenn man “nur” in Wikipedia nachschaut, hat die gesamte Presselandschaft bewiesen, als sie Unisoni den Namen des neuen Wirtschaftsministers falsch übernommen hat. Eine einzelne Quelle ist nur ein erster Anhaltspunkt, deren Aussagen durch andere Quellen verifiziert werden müssen.

Im Fachjournalismus gelten etwas andere Regeln - der News-Anteil ist nicht so groß, dafür ist mehr Fachwissen gefragt. Man legt sich als Journalist im Laufe der Zeit ein Netzwerk von Spezialisten zu, die helfen, Fachwissen zu verifizieren, vor allem aber, die Bedeutung von Entwicklungen richtig einzuschätzen. Der Austausch mit Kollegen ist dabei ein wesentliches Element.

Bei Romanen ist alles anders. Romane sind Bücher über Menschen, im Vordergrund stehen Menschen und ihre Probleme, je mehr Probleme sie haben und je verwickelter die menschlichen Beziehungen, desto spannender und lebendiger wird der Roman. Stephen King rät sogar dringend davon ab, zu tief in die Materie einzusteigen, weil man sonst seine Figuren aus den Augen verliert, seiner Ansicht nach sollte man als Autor nur soviel von dem Umfeld eines Romans verstehen, daß man überzeugend schreiben kann.

Es gibt Ausnahmen von dieser Regel. Arthur Hailey ist einer der wenigen Autoren, der es überzeugend schafft, sowohl spannende und lebendige Figuren in seinen Romanen zu kreieren, gleichzeitig aber das Umfeld seiner Figuren so anschaulich und umfassend darzustellen, daß man als Leser wirklich das Gefühl hat, in der von ihm beschriebenen Welt zu leben.

Viel Einleitung für das, was mir mit diesem Blog-Beitrag wirklich am Herzen liegt. Denn die Recherchen für den ersten Richter-Krimi sprengen auch für mich den Rahmen all dessen, was ich bisher beim Schreiben kennengelernt habe.

In den Harko-Krimis bin ich es, der den Figuren eine Aufgabe stellt, und zumindest grob habe ich von Anfang an eine Vorstellung, wie die Lösung aussehen könnte. Die Details erfahre ich erst beim Schreiben - von meinen Figuren, durch Diskussionen mit und Anregungen von Lesern, durch tatsächliche Ereignisse, die in den Krimi mit einfließen. Beim fachlichen Know-how stehen mir echte Kriminalisten zur Seite, die helfen, die Harko-Krimis auch in Details realistisch zu gestalten.

Doch im ersten Band der neuen Krimi-Reihe weiß ich selbst noch nicht, um welches Geheimnis es geht. Was nicht an meiner mangelnden Phantasie liegt: ein fiktives Geheimnis zu erfinden, wäre kein Problem. Die Thematik der Tempelritter bietet unerschöpfliche Themen.

Als ich im März an einem schönen Tag Bilder der Lokation machen wollte, an der meine Helden leben sollen, hatte ich Glück: Die Besitzerin des Hauses war anwesend und gestattete mir, auch im Inneren zu fotografieren. Sie zeigte sich zudem sehr an der Idee des Krimis interessiert. Als ich ihr berichtete, um was es gehen soll, meinte sie, der Vater ihres Freundes sei ein Templer in Schottland, ein hochrangiges Mitglied noch dazu, und ihr Freund kenne sich bestens mit der Materie aus. Und so hatte ich plötzlich eine Fülle von Spuren, die mich - höchst unerwartet - nach Schottland und von dort weiter nach Nordamerika führten, das die Templer schon lange vor seiner offiziellen Entdeckung durch Christoph Kolumbus regelmäßig besuchten.

An die Pyramiden dachte ich damals noch nicht - es sollte eine Templer-Geschichte werden. Doch je mehr ich recherchierte, desto geheimnisvoller wurde alles. Die Templer scheinen keinesfalls im 14.ten Jahrhundert ausgelöscht worden zu sein - sie gingen nur in den Untergrund. Und sind bis heute äußerst akktiv. Nicht in den offiziellen Nachfolgeorganisationen, die vornehmlich auf den Idealen der Tempelritter basieren, aber nichts mit den Templern selbst zu tun haben (zumindest nach meinem aktuellen Wissensstand).

Doch die Verfolgung ihrer Geschichte ist wie ein Stich in ein Wespennest - die Ermordnung von John F. Kennedy, Hitlers Wunderwaffen, neue Energieformen, deren Entdeckung aus Profitgier bis heute geheimgehalten wird, alte Kulturen, die schon vor tausenden von Jahren mehr erreichen konnten als wir heute mit unserem High-Tech Equipement, scheinbar moderne Erfindungen, die schon vor Urzeiten in Gebrauch waren: Wie ein Netz von Einzelgeheimnissen, die scheinbar nichts miteianander zu tun haben, fügen sich alle zu einem großen Teppich aus geheimem Wissen zusammen, mit Korfu und den Templern als Schlüssel.

Als Autor stehe ich nun vor einem Problem. Im Krimi selbst kann ich nur einen verschwindend kleinen Teil dieser Informationen verwenden, da stehen die Figuren im Vordergrund. Will ich dem großen Geheimnis aber wirklich auf die Spur kommen, darf ich mich bei der Beschreibung der Handlung nicht nur auf meine Phantasie verlassen, ich muß mich intensiv mit jedem einzelnen Aspekt befassen.

Eine der besten Arten hierzu besteht für mich darin, über die Themen zu schreiben - so bin ich gezwungen, die einzelnen Punkte sorgfältig aufzubereiten. Was dem Krimi nur zugute kommen kann. Deshalb wird es in diesem Blog in den nächsten Wochen einige - hoffentlich - recht spannende Abhandlungen zu äußerst mysteriösen Themen geben.

Mithilfe

Gleichzeitig aber möchte ich mit diesem Blog auch im Mithilfe bitten. Noch vor wenigen Jahren waren Experten und Spezialisten sowie fundierte schriftliche Quellen die wichtigsten Grundlagen für eine solide Recherche. Das Web hat alles verändert. Erstmals in der Geschichte der Menschheit ist es möglich, vernetztes Denken kreativ zu nutzen: Web-Foren zeigen, wie sich viele Teilantworten schnell zu dem gesuchten Gesamtbild zusammensetzen.

Daher folgende Idee bzw. folgender Vorschlag: Ich richte im Blog verschiedene Bereiche zu den Themen ein, über die ich für den Krimi Informationen sammle, und stelle hier alles bereit, was ich finde. Doch jeder, der diese Grundlagen durch eigenes Wissen erweitern kann, ist herzlich eingeladen, dies auch zu tun.

Als Dankeschön können alle aktiven Mit-Streiter miterleben, wie der Krimi wächst - registrierte Mitglieder bekommen Zugang zu fertigen Teilen des Manuskripts.

Fragen zu den Harko Krimis

Mai 7th, 2009

Was Sie schon immer über die Harko Krimis wissen wollten…
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Fragen zum Schreiben

Mai 7th, 2009

Was Sie schon immer über das Schreiben wissen wollten - soweit ich es weiß, teil ich mein Wissen gerne mit Ihnen.
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Fragen zu Korfu

Mai 7th, 2009

Was Sie schon immer über Korfu wissen wollten - wenn ich es weiß, verrate ich es gern.
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Fragen zu Roberto Bardéz

Mai 7th, 2009

Was Sie schon immer über Roberto Bardéz wissen wollten, sich bislang aber nicht zu fragen trauten…
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Der Kuss der Musen und die Pyramiden

Mai 7th, 2009

Die schlechte Nachricht gleich vorweg: Der erste Band der neuen Krimi-Reihe verzögert sich.

Nun die gute Nachricht: Er wird weitaus spannender als ursprünglich gedacht.

Es begann mit einer Hausbesichtigung, bei der mir klar wurde: Hier spielt die neue Serie. Auch die Figuren waren schnell gefunden - ein pensionierter Agent und sein Enkel. Was noch fehlte, war eine Aufgabe für die beiden, die für einen Krimi geeignet ist.

Der Anstoß zu dieser Aufgabe kam von Korfu selbst: Ein Geheimnis aus der Vergangenheit der Insel, ein verschollenes Dokument, dessen Wert erst erkannt wurde, nachdem es verschwunden war. Als die Gedanken erst einmal in diese Richtung kreisten, fand sich auch schnell das passende Thema: die Tempelritter.

Offiziell ist zwar noch nicht bekannt, daß die Tempelritter auf Korfu waren, doch Korfu liegt auf ihrer Route von Italien nach Jerusalem. Mit Sicherheit haben viele Schiffe der Templer während einer solchen Reise auf Korfu angelegt.

Die ersten Recherchen über die Templer und ihre Geschichte ergaben das bekannte Bild: Ein Orden, der im frühen Mittelalter schnell an Macht und Einfluss gewann, über ein Jahrhundert lang die mächtigste Kraft in Europa darstellte, schließlich die Habgier des Königs von Frankreich weckte und von ihm ausgelöscht wurde. Seitdem geht die Sage von einem unermesslich großen Schatz um. (Wikipedia ist für erste Recherchen immer ein guter Ansatzpunkt, von da aus geht es dann über andere Quellen in die Tiefe.)

Die Suche nach einem Gold-Schatz. Hmh. Vielleicht eine neue Theorie: Der Templer-Schatz befindet sich auf Korfu. Je mehr ich darüber nachdachte, desto unwahrscheinlicher erschien mir diese Geschichte.

Dann kam ein erster Hinweis. Die Anfänge des Schatzes gingen einem Spielfilm zufolge auf die ersten Hochkulturen zurück, die Pharaonen von Ägypten hätten den Schatz vergrößert, schließlich sei er in Jerusalem gelandet, wie so vieles in dieser Stadt vergraben und Tausende von Jahren später von den Templern wiedergefunden worden. Und so sei der Schatz zur Grundlage ihres Reichtums und ihrer Macht geworden.

Das war ein interessanter Aspekt, der mich aber auch noch nicht überzeugte. Wenn Musen küssen und dabei Geheimnisse verraten, sind sie oft mit ihren Gedanken woanders und drücken sich ungefähr so präzise aus wie das Orakel von Delphi. Mit anderen Worten: Ich verstand nicht, was die Geschichte des Templer-Schatzes mit dem Krimi zu tun haben sollte. Ich wollte ein Stelldichein von Agenten aus aller Welt auf Korfu beschreiben, spannende Kämpfe - aber Agenten auf  Schatzjagd? Nicht, wenn diese Schatz nur aus Gold besteht.

Was aber, wenn das Gold nur Ablenkung ist? Wenn es in Wirklichkeit um etwas viel Größeres geht? Ein Geheimnis, für das Agenten auch heute noch töten würden? Natürlich will ich an dieser Stelle noch nicht zu viel verraten, sonst wäre das Buch nicht mehr spannend. Aber soviel kann ich jetzt schon sagen: Die Pyramiden spielen dabei eine wichtige Rolle.

Weit hergeholt? Dachte ich anfangs auch. 5000 Jahre alte, überdimensionale Grabsteine, von denen man nicht einmal weiß, wie sie erbaut wurden.
Dann bekannte ein Freund, daß er sich schon seit Jahren für die Pyramiden interessiert. Grabmäler? Lachhaft. In keiner Pyramide wurde jemals eine Mumie gefunden. Und warum haben die alten Kulturen in Südamerika und viele andere Völker Pyramiden gebaut, wenn sie noch nicht einmal ihre Toten darin bestatten wollten? Nein. Pyramiden seien in Wirklichkeit große Maschinen, zumal viele Hieroglyphen aussehen, als wären es Schaltpläne.

Das musste ich erst einmal verdauen. Die Pyramiden in Wirklichkeit große Maschinen aus Stein. Lächerlich. Steine sind Steine. So tot, toter geht es nicht. Steine sind noch toter als Mumien.

Dann erfuhr ich: Steine können recht lebendig werden, wenn man sie mit Strom kombiniert. In jeder Quarzuhr dient ein Stein als Grundlage der Zeitmessung - präziser als jede mechanische Konstruktion. Mein PC ohne Steine? Undenkbar. Jeder Prozessor besteht zu einem großen Teil aus Silizium, also ganz gewöhnlichen Sand. Und wenn schon ein winziger Prozessor so viel leistet – wozu mag dann ein Steinhaufen von der Größe der Cheops-Pyramide in der Lage sein?

Ein Teil der Geheimnisse der Pyramiden wurde tatsächlich inzwischen entschleiert. Nicht in Ägypten, da funktionieren die Pyramiden nicht mehr, aber in Bosnien. Dort arbeiten sie noch. Unterirdische Wasserläufe drücken negative Ionen in die darüberliegende Pyramide, die zum größten Teil aus quarzhaltigem Stein besteht, und die Pyramide gibt diese Ionen an die Luft ab: gigantische Klimaanlagen, die aus einer Wüste fruchtbares Land machen.

PYRAMIDS – GENERATORS OF NEGATIVE IONS

What was the function of pyramids? To produce thunder? No, it wasn’t. For thousands of years after having been built, pyramids have functioned and continue to function as generators of negative ions. In order for pyramids to continuously ionize the surrounding air, they needed to be connected to a permanent source of negative ions. How was this done? Where are these energy power lines which lead to the pyramids?
The Giza Plateau hides an abundance of underground water. Huge underground rivers flowing around the pyramids are full of negative ions and by piezoelectric effect they transpond them to the pyramid, which then accumulates them and the surplus discharges on the top. All the great pyramids were built from stone with high content of crystal capable of binding electric charges from water when underground water mechanically presses against the crystal. If we expose the crystal to mechanical deformation, bound electric charges appear on its surface.
This phenomenon is called piezoelectric effect. The crystal is the converter of mechanical into electric energy. Due to continuous charging and discharging off the pyramid electrically charged from underground rivers, the pyramid contracts and expands, which results in continuous micro-quakes.

So sehen die Pyramiden heute aus:

pyramiden_heute1

Und so könnten sie vor 5000 Jahren ausgesehen haben:

pyramiden_damals1

Die alten Ägypter waren keineswegs so primitiv, wie heute geglaubt wird. Das gilt für viele alte Kulturen - doch dazu mehr in anderen Beiträgen.

In Ägypten wurden übrigens in der Zwischenzeit unter der Cheops-Pyramide unterirdische Gänge entdeckt, künstlich angelegt, die – welch ein Jammer – in der Zwischenzeit überflutet wurden. Sie werden derzeit von Tauchern untersucht. Ob die wohl etwas Interessantes finden werden? Außer Wasser?

Die Recherchen wurden nun sehr spannend. Zunächst gab es heiße Diskussionen mit meinem Freund, wie die Pyramiden überhaupt gebaut wurden. Umlaufende Rampen? Nonsens. Wie könnte man Steine mit vielen Tonnen Gewicht um die Ecken bringen?

Der Film »Land der Pharaonen«, eigentlich eine Fantasie-Produktion aus Hollywood, löste dieses erste Rätsel:

wendemarke1

Zwei einfache Holzpflöcke genügen, um die Steine auf eine Art Wendeplattform zu ziehen, sie dort zu drehen und weiterzuschleifen.

Doch wie haben die Ägypter diese schweren Steine nach oben bewegt? Hochrangige Wissenschaftler streiten noch immer über die Frage, ob die alten Ägypter Kräne hatten. Nun - wenn sie Steine auf Schiffe luden, benutzten sie dabei Kräne.

ladekran1

Wie hoch mag wohl die Wahrscheinlichkeit sein, dass früher oder später ein Baumeister auf die Idee kommt, so einen Schiffsladekran für den Transport von Steinen an Land zu benutzen? In wissenschaftlichen Kreisen mag diese Frage Gegenstand jahrelanger Diskussionen sein, als einfacher Autor, dem nur ein bißchen gesunder Menschenverstand zur Verfügung steht, würde ich diese Frage so beantworten: Sie haben es einfach getan.

Alle anderen Fragen, wie die tonnenschweren Steine mit den damaligen, aus heutiger Sicht primitiven Methoden bewegt wurden, beantwortete schließlich ein Film auf YouTube.

Die Entdeckung dieser Geheimnisse –und  noch vieler anderer – sollen Teil des neuen Krimis werden, aber nicht rückblickend aufgeschrieben, was langweilig wäre, sondern ich möchte die Aufdeckung dieser Geheimnisse festhalten, so wie sie sich mir selbst erschließen.

Was mit einer einfachen Idee begann - der Jagd nach einem geheimnisvollen Dokument - entwickelt sich in atemberaubendem Tempo zu einer Jagd nach einem wirklichen Geheimnis. Und erfordert weitaus mehr Recherche, als ich anfangs dachte.

Daher weiß ich derzeit noch nicht genau, wann der Krimi wirklich fertig sein wird, aber ich bin sicher: das Warten lohnt sich.

Willkommen auf meinem Blog

Mai 6th, 2009

Wer etwas kann, der tut es - alle anderen schreiben darüber oder unterrichten.

Als ich diesen Satz zum ersten Mal hörte, war ich seit 15 Jahren Journalist. Ich schrieb. So gut wie jeden Tag. Und ich unterrichtete. Manchmal in Kursen, meist in Artikeln. Ich sagte meinen Lesern, wie sie ihre Probleme mit dem PC lösen konnten. Und ich glaubte, ich könne das, was ich da tat. Zumindest einige meiner damaligen Leser glaubten das auch.

Dennoch brachte mich der Satz zum nachdenken. Es dauerte lange, bis ich die Lösung fand: Schreiben als Handwerk, als Profession, getrieben von Passion, aber auf einem soliden Fundament handwerklicher Fähigkeiten. Wer schreiben kann, der tut es.

Für Blogs hatte ich lange Zeit nichts übrig. Wer etwas kann, der tut es - alle anderen schreiben in einem Blog, wie es ihrer Meinung nach getan werden müßte. Da wollte ich nicht dazugehören.

Warum dann doch dieser Blog? Schreiben ist, per Definition, eine einsame Angelegenheit. Der Autor sitzt in seinem Kämmerchen, macht sich Gedanken, taucht in eine Phantasiewelt ein, und bringt Geschichten zu Papier. Stephen King rät sogar dringend davon ab, irgendjemandem das Manuskript zu zeigen, bevor es fertig ist - schon manche gute Geschichte wurde von Ratschlägen wohlmeinender Pessimisten im Keim erstickt. Erst muß der Autor seine Geschichte - zumindest in Rohform - zu Papier bringen, dann bekommen sie die ersten Leser zu Gesicht und erst, wenn die ihr Urteil abgegeben haben, beginnt der langwierige Prozess der Überarbeitung.

Muß das wirklich jetzt und für alle Ewigkeiten gültig sein? Das Internet hat unser Leben verändert, es kann auch den Prozess des Schreibens verändern.

Die Arbeit am ersten Lycos iQ Krimi hat eien anderen Weg gezeigt. Sowie ein neuer Teil fertig war, ging er online, und jeder, der Lust hatte, konnte seine Ideen einbringen und die Handlung in eine neue Richtung lenken. Und was da für gute Ideen kamen: Die Mit-Autoren übersahen auch nicht das kleinste Detail, stellten gelegentlich sehr unangenehme Fragen und brachten mich mehr als einmal in die Bredouille. Fast so, als würden die Ermittlungen in der Realität geführt, wo die Polizisten auch nicht wissen, was bei ihrer Arbeit auf sie zukommt. Die Geschichte wurde sehr lebendig. (Wer genaueres wissen will, kann sich hier den ganzen Entstehungsprozess ansehen.)

Das beste daran: So neu war die Idee gar nicht. Edgar Wallace ließ sich in den 30er Jahren eine Erfindung patentieren, die am Besten als “Ideengeber” zu beschreiben ist. Ein Rad mit einem Zeiger in der Mitte,  und außen angebracht lauter “Ereignisse”, die eine Handlung voranbringen können. Wann immer Edgar Wallace bei einem Krimi nicht weiterkam, dreht er an seinem Rad.

Das Telefon klingelt. Es klopft an der Tür. Ein Wagen hält. Ein Schuß fällt.

Was immer das Rad anzeigte, Edgar Wallace mußte es in seine Geschichte einbauen. Was letztendlich dazu führte, daß seine Krimis bis heute als überaus spannend gelten, weil man als Leser nie weiß, was im nächsten Moment geschehen wird.

Den Web-Seiten, die ich bislang realisiert habe - www.bardez.de und www. korfu-krimis.com - fehlt die Möglichkeit der Interaktion, statt Krimis zu schreiben schreibe ich statische Web-Seiten und biete sie zum Lesen an. Manchmal kommt eine Mail, so wie zu meinen Zeiten als Journalist gelegentlich ein Leserbrief eintraf - doch mit einem kreativen Austausch hat das nichts zu tun.

Deshalb nun dieser Blog. Nicht zur Selbstdarstellung, sondern als Plattform für einen intensiven Gedankenaustausch. Zum Wohle der Krimis, zum Wohle aller Leser.